nachhaltige Exits
Inside MIG

Auch nach Exits: MIG Unternehmen sind „nachhaltig“ gut


Ein Beitrag von Matthias Guth
Venture Partner der MIG Capital AG

Firmenübernahmen sind nicht trivial. Langzeitstudien zeigen, dass mehr als die Hälfte aller Käufe am Ende nicht erfolgreich waren. Gerade wenn große Unternehmen Start-ups kaufen, geht die Rechnung oft nicht auf. Häufig prallen unvereinbare Unternehmenskulturen aufeinander, die die Zusammenarbeit erschweren oder gar unmöglich machen.

 

Als Wagniskapitalgeber haben wir deshalb auch immer ein Auge darauf, wie es mit unseren Beteiligungen nach dem Exit weitergeht. Die Freude über einen hohen Kaufpreis allein genügt uns nicht. Vielmehr ist der Blick auf die Entwicklung von ehemaligen Portfoliounternehmen Teil unseres Geschäftsmodells.

 

Dieser Grundsatz gilt auch deshalb, weil gerade bei jungen Unternehmen üblich ist, den vollen Kaufpreis erst zu bezahlen, wenn wichtige Meilensteine erreicht werden. Gerade in den Bereichen der Medikamentenentwicklung und der Medizintechnik, in die unsere MIG Fonds stark investieren, ist das der Standard.

 

Manchmal beträgt die erste Rate auch nur 25 Prozent des ganzen Kaufpreises. Allein deshalb gilt der MIG-Leitsatz „Aus Visionen Werte schaffen“ auch noch nach dem Verkauf – ein Exit in Stufen. Wir achten deshalb bei jedem Verkauf darauf, dass die Käufer langfristig genauso profitieren wie unsere Fonds – im Interesse des jungen Unternehmens, der Patienten und unserer Anleger.

 

Nachhaltige Exits als Geschäftsmodell

 

Es freut uns dann umso mehr, wenn wir diese „Win-win-win“-Situation auch jenseits der einzigartigen BioNTech-Story schaffen. Ein Beispiel hierfür ist der Verkauf von Hemovent an Microport, unser jüngster Exit: Seit der Übernahme stellte Hemovent am Standort Aachen mehr als 50 Prozent neue Mitarbeiter ein und mietete zusätzliche Räumlichkeiten an. Die ersten vereinbarten Meilensteine sind bereits erreicht, die weitere Entwicklung liegt im Plan. Das lokale Management kommuniziert effizient mit dem neuen Eigentümer in China. Überhaupt funktioniert die Zusammenarbeit trotz Corona-bedingten Herausforderungen und Reisebeschränkungen hervorragend.

 

Als Wagniskapitalgeber haben wir immer ein Auge darauf, wie es mit unseren Beteiligungen nach dem Exit weitergeht. Die Freude über einen hohen Kaufpreis allein genügt uns nicht. Vielmehr ist der Blick auf die Entwicklung von ehemaligen Portfoliounternehmen Teil unseres Geschäftsmodells.

 

Hemovent und Microport passen auch aus einem weiteren Grund gut zusammen: Nach wie vor kämpfen zahlreiche Patienten auf Intensivstationen um ihr Leben, nicht nur solche mit Covid-19. Die sogenannte ECMO-Technologie ist für viele dieser Patienten die einzige Überlebenschance. Hemovents MOBYBOX® kann die nötige Unterstützung der Herz- und Lungenfunktion leisten. Das System ist einfach und mobil und deshalb nicht nur in klinisch gut versorgten Ballungszentren einsetzbar, sondern auch in weniger besiedelten Regionen. Dieses großartige medizinische Potenzial kann nun mit der Unterstützung des neuen Eigentümers Microport global ausgeschöpft werden.

 

Dank MIG Fonds langfristig erfolgreich

 

Das ehemalige MIG-Beteiligungsunternehmen Siltectra ist ein weiteres Beispiel einer Innovation, die wir als MIG mitaufgebaut haben und die auch nach dem Exit nachhaltig ist: Die neue Eigentümerin Infineon hat viele neue Mitarbeiter eingestellt; diese arbeiten inzwischen im Zwei-Schicht-Betrieb, und die Überführung der Technologie in den Serienbetrieb steht unmittelbar bevor. Infineon hat offensichtlich einen attraktiven Return on Investment erzielt und zählt die Siltectra-Technologie inzwischen zum Kerngeschäft.

 

Auch wenn wir bei Siltectra „nur“ eine Einmalzahlung als Kaufpreis vereinbart hatten, blicken wir mit Stolz auf die Entwicklung, die der Siliziumcarbid-Spezialist seit der Transaktion im Jahr 2018 genommen hat.

 

Der Verkauf des MIG-Portfoliounternehmens Ganymed Pharmaceuticals 2016 an den japanische Pharmariesen Astellas folgt ebenfalls der eingangs erläuterten Logik. Die erste bezahlte Tranche machte nur einen Teil des vereinbarten Zielpreis von 1,2 Milliarden Euro aus. Der Rest ist an den erfolgreichen Verlauf der weiteren klinischen Entwicklung der Medikamenten-Kandidaten und ihre Zulassung zu Vermarktung geknüpft. Auf der wichtigsten Krebskonferenz des Jahres stellte Astellas nun vielversprechende Zwischenergebnisse einer laufenden klinischen Studie des von Ganymed entwickelten Krebsmittels vor. Wir sehen auch hier gute Chancen, dass weitere erhebliche Meilensteinzahlungen fließen werden. Auch bei Ganymed zeichnet sich also die dargestellte Win-Win-Win-Situation ab.

 

Neben den beeindruckenden Rückflüssen für die Anleger der MIG Fonds stärken langfristig erfolgreiche Unternehmen wie BioNTech, Hemovent, Siltectra und Ganymed MIGs Ruf als nachhaltiger Venture-Capital-Investor.

16. August 2022 | Foto: HMW

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