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MIG Fonds investieren in nieder­­ländisches KI-Start-up


Die Innatera (MIG Fonds 8 & 16) entwickelt eine äußerst energieeffiziente Chiparchitektur, den „Bionic Signal Processor“, um Künstliche Intelligenz (KI) Anwendungen in batteriebetriebenen Mobilgeräten verfügbar zu machen.

Ein Kommentar von Dr. Oliver Kahl,
Principal der MIG AG

Die Fonds MIG 8 und 16 haben sich an dem niederländischen Mikrochip-Entwickler Innatera Nanosystems BV beteiligt. Das junge Unternehmen entwickelt eine fundamental neue Chiparchitektur für äußerst energie-effiziente Anwendungen im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI). 

 

Innatera ist nach Neracare, Temedica und wealthpilot das vierte junge Unternehmen, an dem sich die MIG Fonds im Jahr 2020 beteiligen. Damit wächst das aktuelle Portfolio auf 27 Start-ups und erweitert auch den regionalen Radius. Nach IQM (Finnland) und Liva Healthcare (Dänemark) wächst die Anzahl an europäischen Beteiligungen außerhalb des deutschsprachigen Raums auf nunmehr drei.

 

Die MIG Fonds 8 und 16 beteiligen sich im Rahmen einer Seed Finanzierungsrunde in Höhe von insgesamt 5 Millionen Euro an Innatera. Unser Engagement beläuft sich auf 2,5 Millionen Euro, das sich auf die beiden Fonds zu gleichen Teilen von je 1,25 Millionen Euro aufgeteilt. Flankiert werden die MIG Fonds vom Münchner Technologieinvestor btov, der ebenfalls Kapital in Höhe von 2,5 Millionen Euro zur Verfügung stellt.

 

Innatera entwickelt eine Chiparchitektur für KI-Anwendungen, die sich durch einen äußerst niedrigen Energiebedarf auszeichnet und dadurch vor allem in Mobilgeräten von Vorteil ist. Dabei löst sich Innatera von der klassischen Digitaltechnik und lässt sich von den natürlichen biologischen Prozessen im menschlichen Gehirn inspirieren. Die Klasse solcher biologienaher Ansätze wird gern als „neuromorph“ bezeichnet. Innatera ist damit an vorderster Front dabei, die technologische Grundlage etwa für Spracherkennung in Systemen wie Amazons Alexa oder Apples Siri zu verbessern.

 

Innatera ist damit an vorderster Front dabei, die technologische Grundlage etwa für Spracherkennung in Systemen wie Amazons Alexa oder Apples Siri zu verbessern.

 

Im Detail ermöglicht Innateras Mikrochip die Verwendung dieser Sprachassistenten direkt auf dem Gerät ohne die Notwendigkeit einer aktiven Internetverbindung, was die Verfügbarkeit erhöht und gleichzeitig die Privatsphäre stärkt. Der äußerst geringe Stromverbrauch bewirkt die längere Verwendbarkeit von Mobilgeräten und ist damit natürlich auch generell umweltfreundlich. Daneben gibt es noch weitaus mehr Felder, auf denen die Innatera Technologie Vorteile schaffen kann, etwa die Erkennung von Anomalien in Vitalparametern wie Puls oder Blutdruck oder die Wahrnehmung der 3-dimensionalen Umgebung für autonomes Fahren.

 

Im Detail ermöglicht Innateras Mikrochip die Verwendung dieser Sprachassistenten direkt auf dem Gerät ohne die Notwendigkeit einer aktiven Internetverbindung, was die Verfügbarkeit erhöht und gleichzeitig die Privatsphäre stärkt.

 

Gegründet wurde Innatera 2018 als Ausgründung der Technischen Universität im holländischen Delft, einem der weltweit führenden Forschungszentren auf dem Gebiet neuromorpher Chiparchitekturen. Derzeit beschäftigt das junge Unternehmen rund 20 Mitarbeiter am Gründungstandort in Delft, nahe Rotterdam. Eine weitere Niederlassung soll zeitnah in Bangalore, Indien, aufgebaut werden, um von dem dortigen Talentpool insbesondere für die Weiterentwicklung der Software zu profitieren.

 

Unmittelbar nach der Gründung akquirierte Innatera schon erste Kundenprojekte. So konnte das Unternehmen bereits in der frühen Phase Kooperationen mit namhaften internationalen Großkunden in die Wege leiten. In den nächsten Jahren sollen diese Projekte zu umsatzstarken Kundenbeziehungen ausgebaut werden, die den langzeitigen Erfolg von Innatera sichern werden.

Artikel vom 26. November 2020 | Foto: Pexels

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