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MIG Fonds-Beteiligung APK ist ein europäischer Pionier beim Plastik Recycling


Die APK AG trägt mit dem Newcycling®-Verfahren dazu bei, Nachhaltigkeitsziele und Recyclingquoten zu erreichen (MIG Fonds 5, 7, 9, 10, 11, 13, 15)

Ein Kommentar von Dr. Sören Hein, Partner der MIG AG 

 

Die Wiederverwertung von Kunststoffabfällen ist eines der großen Themen der Umweltpolitik. Der wachsende Druck von Seiten der Europäische Kommission, von Umweltorganisationen und Verbrauchern auf die Kunststoff- und Verpackungsindustrie führt zu längst überfälligen Veränderungen, wie Kunststoffverpackungen hergestellt und recycelt werden. Es ist höchste Zeit, dass wir aufwachen und auch bei Plastik in Kreisläufen denken und produzieren. Die aktuellen Ansätze sind jedoch zu einseitig, um eine wirklich nachhaltige und langfristige Lösung aufzuzeigen.

 

Unser Beteiligungsunternehmen APK (MIG Fonds 5, 7, 9, 10, 11, 13 und 15) gehört zu den Pionieren in Europa, die das Kunststoff-Recycling mit innovativen Lösungen revolutionieren wollen. In diesem Zusammenhang ist APK Mitglied mehrerer Verbände und Initiativen, deren Ziel es ist, sogenanntes „Closed-Loop-Recycling“ zu realisieren, also die Wiederaufbereitung von Produkt zu Produkt. Nur so kann eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe in ganz Europa durchgesetzt werden. Um das zu erreichen, beteiligen sich Klaus Wohnig, Vorstandsvorsitzender der APK, und sein Team aktiv an der Arbeit der Circular Plastics Alliance.

»Mit Re-Design von Produkten schaffen wir nur den halben Kreislauf.«

 

Der Ruf nach Veränderung hat dazu geführt, dass das Design von Kunststoffprodukten mit Blick auf ihre Recyclingfähigkeit überdacht wird. Natürlich ist dies ein sinnvoller Ansatz, allerdings wurde die zugrunde liegende Debatte über die Frage, wie wir Recyclingfähigkeit definieren sollten, nicht ausreichend geführt. Das Neu-Design von Kunststoffverpackungen orientiert sich momentan stark an den Anforderungen einer standardmäßigen Recyclingtechnologie. Entsprechende Umgestaltungen sind für einige Produkte möglich, für andere Verpackungsarten können daraus aber sogar negative Auswirkungen resultieren.

 

Wie kann man sichergehen, dass das Re-Design von Kunststoffverpackungen nachhaltig ist? Welche Kriterien müssen wir berücksichtigen? Oder sollen wir nur „Monomaterial“-Design verwenden, welches potenziell die Funktionalität und Ressourceneffizienz von Kunststoffverpackungen beeinträchtigen kann? Übertrumpft die Recyclingfähigkeit andere Kriterien wie beispielsweise die Funktionalität? Vor allem im Bereich der Lebensmittelverpackungen könnte eine Beeinträchtigung der Funktionalität zu einem rasanten Anstieg von Lebensmittelverderblichkeit führen. Muss es eine Entscheidung „entweder/oder“ bleiben, wo zum Beispiel die Haltbarkeit, das Verpackungsgewicht oder der Schutz gegen UV-Licht oder Sauerstoff leiden muss, wenn man erhöhte Recyclingfähigkeit verlangt?

 

Zwei Jahre nach der Einführung der EU-Kunststoffstrategie und im Veröffentlichungsjahr des EU Green Deal ist es Zeit, einen Blick auf unsere bisherigen Errungenschaften zu werfen und zu erkennen, dass wir mit einem ‚Re-Design-allein‘-Ansatz auf halber Strecke zur Kreislaufwirtschaft stecken bleiben.

»Innovation in der Recyclingtechnik – den Kreislauf vollenden.«

 

Der zweite Aspekt, der in den meisten bisherigen Diskussionen über Kunststoffverpackungen und deren Recycling nur nachrangig behandelt wurde, der aber eine wichtige Vervollständigung neben und zusätzlich zum Re-Design-Ansatz darstellt, ist das Innovationspotential der Recyclingtechnologie. Ein umfassender Überblick über technologische Innovationen ist dringend erforderlich. Designrichtlinien fokussieren weitgehend auf die Anforderungen des momentanen Standardprozesses (mechanisches Recycling). Doch weswegen sollte man den heutigen Technologiedurchschnitt als Leitprinzip für die zukünftige Recyclingfähigkeit nehmen? Sollten wir nicht besser einen Überblick über etablierte und innovative Recyclingprozesse gewinnen? Sollten wir nicht – auf der Grundlage harmonisierter Definitionen – die Relevanz dieser Technologien kurz- und mittelfristig analysieren, um relevante Fragen zu Kunststoffverpackungen und Rezyklaten beantworten zu können?

 

Nur wenn wir Innovationen im Design sowie in der Recyclingtechnologie berücksichtigen, wird es künftig gelingen, einen vollständigen Kreislauf für Kunststoffverpackungen zu ermöglichen.

 

Hier ist die gute Nachricht aus Sicht der innovativen Recyclingtechnologie, dass mehrschichtige, flexible Kunststoffverpackungen noch nicht für passé erklärt werden müssen. Gerade unser Portfoliounternehmen APK besitzt ein disruptives Verfahren, mit dem gemischte flexible Kunststoffverpackungsabfälle verarbeiten und die verschiedenen Polymerschichten im Recyclingprozess voneinander getrennt werden können. Für diesen sehr wichtigen Verpackungstyp gibt es also sehr wohl eine „sowohl/als auch“-Lösung, und man muss nicht zu schwereren, weniger haltbaren und teureren Verpackungsformen zurückkehren.

 

Mit diesen innovativen technologischen Prozessen lassen sich echte Fortschritte beim Plastikrecycling erzielen. Die MIG Fonds helfen mit ihren Investitionen dabei, die notwendigen Weichen in Richtung des sogenannten „Upcycling“ zu stellen.

Artikel vom 20. November 2020 | Foto: Pexels

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