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IQM: Das nächste große Ding


(Foto: Sierk Pötting, Aufsichtsratsvorsitzender IQM und COO BioNTech)

Ein Beitrag von Michael Motschmann
General Partner der MIG Capital AG

Das MIG-Beteiligungsunternehmen IQM konnte kürzlich eine überaus erfreuliche Personalie verkünden. Der finnisch-deutsche Spezialist für superschnelle Quantencomputer gewann Dr. Sierk Pötting als neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Sierk Pötting ist im Hauptberuf Vorstand der BioNTech SE in Mainz und als Chief Operation Officer (COO) für den reibungslosen Betrieb des Biotechnologieunternehmens verantwortlich.

 

Bei IQM trifft er auf gute alte Kollegen. Helmut Jeggle ist seit vergangenem Jahr als Investor und Aufsichtsrat bei IQM engagiert. Er begleitet den Aufstieg von BioNTech seit 2008 als Aufsichtsratsvorsitzender und arbeitet dabei seit vielen Jahren eng mit Sierk Pötting zusammen. Mit an Bord bei IQM sind ebenfalls Andreas und Thomas Strüngmann, die Ende 2020 Teile einer Finanzierungsrunde über 39 Millionen Euro stemmten. Zusammen mit uns als Erst- und Ankerinvestor ist also bei IQM ein Team von Unternehmern und Wagniskapitalgebern am Werk, das bereits bei BioNTech seine Kompetenz unter Beweis gestellt haben. Last but not least unterstützt für die MIG Capital AG unser Partner Dr. Sören Hein.

 

Die ersten richtungsweisenden Meilensteine auf dem Weg zu dem nächsten großen Ding hat IQM bereits mit Bravour absolviert. Im Sommer 2019 als Spin-off der Aalto-Universität in Espoo bei Helsinki gegründet, profiliert sich das von dem promovierten Quanten-Physiker Dr. Jan Goetz geführte Start-up mit über 140 höchstqualifizierten Mitarbeitern als Hoffnung der europäischen Quantencomputer-Industrie. Die großen deutschen Industriekonzerne verfolgen die Fortschritte von IQM mit höchster Aufmerksamkeit.

 

Made in Europe

 

Ein europäischer Hersteller von Quantencomputern soll eines Tages helfen, mit hochkomplexen Simulationen die kniffligsten Zukunftsfragen zu lösen, quer durch nahezu alle großen Wirtschaftsbranchen. IQM ist schon heute im Stande, Rechner zu bauen, die herkömmliche Supercomputer ergänzen. Einen ersten Quantencomputer hat IQM an die finnische Forschungseinrichtung VTT Technical Research Centre verkauft, einen zweiten an das Leibnitz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching bei München.

 

IQM ist bereit: Mit der Kombination der exzellenten Leistungen des Teams um Jan Goetz und der Expertise der erfahrenen Investoren kann die Kommerzialisierung der Produkte nun konsequent vorangetrieben werden.

 

Das Interesse an den Entwicklungen von IQM ist so groß, dass unser Beteiligungsunternehmen Teil der europäischen Initiative „Scale up Europe“ ist. EU-Kommissar Thierry Breton bringt in dieser Initiative junge europäische Technologieunternehmen zusammen, die das Potenzial besitzen, bis 2030 eine Marktkapitalisierung von jeweils 100 Milliarden Euro zu erreichen. Bretons Ehrgeiz ist es, junge europäische Tech-Konzerne zu schmieden, die es mit den Gründungen des Silicon Valley aufnehmen können. Das Augenmerk Bretons liegt auch auf IQM.

 

IQM ist bereit: Mit der Kombination der exzellenten Leistungen des Teams um Jan Goetz und der Expertise der erfahrenen Investoren kann die Kommerzialisierung der Produkte nun konsequent vorangetrieben werden. Europa hat die große Chance, mit einem Start-up wie IQM ein weiteres eigenständiges und unabhängiges Deep-Tech-Unternehmen aufzubauen, das den Konzernen aus den USA und China Paroli bietet.

 

IQM, Sierk Pötting und die globale Expansion

 

Der neue Aufsichtsratschef Sierk Pötting hat bei BioNTech sehr viel Operatives bewegt und unter anderem eine Produktion von mehreren Milliarden Impfeinheiten mit aufgebaut. Er weiß, wie eine junge Firma auf ein neues Niveau zu heben ist. Auch bei BioNTech sind es Behörden, die die großen Deals abgeschlossen haben. Forschungszentren und nationale Rechenzentren werden absehbar die Quantencomputer von IQM abnehmen. In dem noch am Anfang stehenden Markt für Quantencomputer werden deshalb viele Projekte über europäische Förderungen finanziert. Auch das Know-how für die Erschließung entsprechender Geldquellen bringt das Aufsichtsgremium mit.

 

Daneben gilt es, Partner im sogenannten Feld der Value Added Reseller (VAR) zu gewinnen. Hierbei geht es darum, dass große Hersteller herkömmlicher Supercomputer zusammen mit IQM den Markt für die neuen Quantentechnologien erschließen. Zusammen mit VAR-Partnern könnten dann potenzielle Kunden unter anderem aus der Automobil-, Pharma- oder Finanzwelt gewonnen werden.

 

Neben strategischem Denken, dem Wissen um eine optimale Positionierung und Hilfestellungen bei öffentlichen Finanzierungen wird der Aufsichtsrat von IQM noch einen weiteren Trumpf ausspielen. Alle Beteiligten sind von der Ambition inspiriert, mit IQM eine ähnliche Erfolgsgeschichte zu schreiben wie beispielsweise mit BioNTech. Nur wer hoch hinaus will, wird am Ende auch große Ziele erreichen.

14. März 2022 | Foto: IQM

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